Offene Eingriffe an der Schulter

Offene Eingriffe an der Schulter

Foto eines Patienten 6 Wochen nach einer offenen (!) Schulterstabilisierung.
​Die Narbe für den Zugang zur Schulter kann in den Falten der Achsel plaziert werden. Das bringt nicht nur ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis, sondern es kann von dort auch durch eine Lücke zwischen den Muskeln die Schulter mit minimaler Verletzung von biomechanisch wichtigen Strukturen erreicht werden.

Heute dreht sich in der Schulterchirurgie fast alles um die Arthroskopie. Um die offenen, rekonstruktiven Eingriffe ist es, in Europa noch mehr als in den USA, ruhiger geworden. Das ist nicht immer gerechtfertigt, da in ausgewählten Fällen ein offener Eingriff der Schulterarthroskopie immer noch überlegen ist.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für einen offenen Eingriff entspricht denen einer Arthroskopie.
Eine internistische Freigabe zur Operation wird mit dem Hausart und Narkosearzt besprochen. Blutverdünnende Medikamente müssen rund um die Operation in Art und Dosierung angepasst werden. Andere Medikamente wie Blutdruck- oder Cholesterinsenker oder Mediakamente gegen Diabetes können weiter genommen werden. Bei Rheumatikern müssen immunmodulierende Medikament oder Kortisonpräparate vor dem Eingriff abgestimmt werden.
Es ist wichtig, dass die Haut an der Schulter zum Zeitpunkt der Operation intakt ist. Abschürfungen, blutende Kratzer oder Pustelchen sind oft bakteriell besiedelt. An der Hautoberfläche kann der Körper damit gut fertig werden. Wenn diese Bakterien jedoch ins Gelenk kommen (zum Beispiel entlang der Kanäle für die arthroskopischen Instrumente) kann eine schwere Gelenksinfektion entstehen. Diese sind schwierig und langwierig zu behandeln und das Gelenk trägt auch in den besten Fällen deutliche Schäden davon.
Vor der Operation sind am ganzen Körper Schmuck und Piercings zu entfernen, da während der Operation Strom zur Blutsstillung eingesetzt werden kann. Wenn diese Stromflüsse auf metallhältigen Schmuck oder Piercings treffen, kann es zu Verbrennungen kommen. Implantate (Prothesen, Kronen, Zahnersatz, Stents) mit Metallgehalt machen keinen Probleme. Da es postoperativ an beiden Armen durch die Operation und Lagerung zu Schwellungen kommen kann sollten auch Ringe und Armbänder oder – reifen an beiden Armen entfernt werden.
Achsel und Schulter werden unmittelbar vor der Desinfektion im sterilen Operationssaal rasiert oder enthaart um eine bakterielle Besiedlung zu vermeiden. Sie selbst müssen hier nichts tun.
Wichtig ist jedoch die Markierung des zu operierenden Arms. Seitenverwechslungen sind heute sehr selten, aber es empfiehlt sich, dass man als PatientIn selbst mit wasserfestem Stift ein Kreuz auf den richtigen Arm macht. Das Kreuz sollte ein oder zwei Handbreit oberhalb des Ellenbogens liegen, aber nicht im Operationsgebiet selbst.

Narkose

Die Details der Narkose werden mit dem oder der AnäthesistIn besprochen. Der Eingriff kann sowohl in Vollnarkose als auch in Regionalnarkose durchgeführt werden. Zusätzlich kann ein Nervenblock oder Schmerzkatheter zur Anwendung kommen.
Die Vollnarkose ist mit moderner Technik ein minimaler Eingriff in die Biologie Ihres Körpers und kann auch bei den allerjüngsten Patienten ohne besonders Risiko erfolgen. Aus mehreren Gründen ist sie bei der Arthroskopie die bevorzugte Narkoseart. So ist die Notwendigkeit während der gesamten Operation vollkommen still zu liegen offensichtlich. In Vollnarkose ist das kein Problem, in Regionalanästhesie kann das unangenehm sein. Weiters liegt die sterile Abdeckung unmittelbar auf Kopf und Gesicht des oder der PatientIn, was auch bei Menschen ohne Platzangst unangenehm ist.
Bei der Regionalnarkose wird das Nervengeflecht, das den Arm versorgt, durch eine Spritze am Hals gelähmt, ähnlich wie beim Zahnarzt. Ultraschall wird eingesetzt um die Zielgenauigkeit zu erhöhen. Da aber alle Nerven gelähmt werden, sind nicht nur Schmerzen, sondern auch Sensibilität und Motorik ausgeschaltet. Durch die unmittelbare Nähe anderer Nerven kann es auch zu Heiserkeit, Doppelbildern oder einem hängenden Mundwinkel kommen. Diese Nebeneffekte verschwinden wenn die Wirkung des Medikaments angeklungen ist. Bei besonders komplexen oder schmerzhaften Eingriffen kann eine Regionalnarkose auch mit einer Vollnarkose kombiniert werden. Das kann als einmaliger Nervenblock, mit Wirkung von circa 8-12h, geschehen, oder mittels der Anlage eines Katheters, der kontinuierlich Schmerzmittel abgibt und mehrere Tage genutzt wird.

Lagerung

Die Lagerung erfolgt nach erfolgreicher Narkose. Die typischen Lagerungen ist die Beach Chair Position, aber der man wie in einem Liegestuhl sitzt.

 

Postoperative Nachbehandlung:

Die postoperative Nachbehandlung ist auf den Eingriff abgestimmt, aber es gibt eine Reihe von Gemeinsamkeiten. Initial ist eine kurze Phase der Ruhe nicht schlecht. Machmal braucht es auch einen kleinen Schlauch um Blut aus der Schulter abfliessen zu lassen (in den ersten 1-2 Tagen nach der Op). Trotzdem sollte so schnell mit einer ausreichenden Bewegungstherapie begonnen werden. Wenn nötig kann diese Therapie in den ersten Tagen mit einer Schmerzmittelpumpe und auf einer Bewegungsmaschine erfolgen.

Buchen Sie Ihren Termin online!

© 2021 by Patrick Vavken.
Alle Rechte vorbehalten.
Alle Operationsbilder mit ausdrücklicher Erlaubnis der Patienten.

Webdesign Agentur Zürich Web-d-vision.ch